DER BUNDESMINISTER FÜR JUGEND, FAMILIE UND
GESUNDHEIT
Postfach 200490
6300 Bonn 2
Frau
Margot Wiedmann
4711-0-148/4
Bonn, den 25.9.1985
Sehr geehrte Frau Wiedmann,
Herr Bundesminister Dr. Geißler hat
mich mit der Beantwortung Ihres Briefes betraut.
Mir sind die Ansichten von Herrn Dr. Hamer sowie auch sein Buch
"Die eiserne Regel des Krebses" bekannt. Es ist mir auch bekannt, daß von einer
"100 %igen Anerkennung" seiner Heilmethode durch ein ärztliches bzw.
wissenschaftliches "Schiedsgericht" nicht die Rede sein kann. Vielmehr ist es
so, daß die Anschauungen von Herrn Dr. Hamer insbesondere hinsichtlich der
Krebsentstehung wie auch seine Behandlungsmethoden von der Ärzteschaft bzw. den
wissenschaftlichen Fachgesellschaften nicht anerkannt werden. Das hat sich auch bei einem
Auftritt Herrn Dr. Hamers bei dem letzten Deutschen Krebskongreß vom März 1984 gezeigt.
Von daher kann nicht die Rede davon sein, daß Herr Dr. Hamer
unberechtigterweise boykottiert oder totgeschwiegen würde. Auf der anderen Seite gibt es
für den Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit bei der geschilderten Sachlage
keinerlei Veranlassung, auf Herrn Dr. Hamer bzw. seine Methode besonders hinzuweisen.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Gabriele Hundsdörfer