Parlamentarische Anfragebeantwortung betreffend der Neuen MedizinBUNDESMINISTER
für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz
DR. MICHAEL AUSSERWINKLER
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1993-03-12
GZ 114.140/ 4-I/D/14/a/93
Herrn
Präsidenten des Nationalrates
Dr. Heinz FISCHER
Parlament
1017 Wien
Die Abgeordneten zum Nationalrat Madeleine Petrovic, Freunde und FreundInnen haben am
14. Jänner 1993 unter der Nr. 40880/J an mich eine schriftliche parlamentarische Anfrage
betreffend Überprüfung der Thesen von Dr. Ryke Geerd HAMER gerichtet, die folgenden
Wortlaut hat:
- Sind Sie bereit, sich mit den Ergebnissen dieser Untersuchung der Thesen von Dr.
Hamer
auseinanderzusetzen? Wenn nein, warum nicht?
- Wir erklären Sie sich die Ergebnisse dieser Untersuchungen, wenn die Thesen
wissenschaftlich unhaltbar sind?
- Die Hamer'schen Thesen gehen von klaren, diagnostizierbaren und eindeutigen
Zusammenhängen zwischen Vorgängen im Gehirn und organischen Krebserkrankungen aus. Wenn
diese Thesen völlig unhaltbar sind, warum wird keine Falsifikation anhand konkreter
Fälle vorgenommen? Sind Sie bereit, eine wissenschaftliche Arbeit zur Falsifikation bzw.
Verifikation der Hamer'schen Thesen im Sinne der Schaffung von Klarheit für Medizin,
interessierte Öffentlichkeit und nach Hoffnungen suchenden PatientInnen zu ermöglichen?
Wenn nein, warum nicht?
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
Zu den Fragen 1 und 2:
Grundsätzlich bin ich selbstverständlich bereit, mich mit allfälligen
Forschungsergebnissen über die Thesen von Dr. Hamer
auseinanderzusetzen.
Der Anfrage liegt offenbar ein auch meinem Ressort bekanntes Schreiben zugrunde,
welches Prof. Stemmann
(Städtische Kinderklinik Gelsenkirchen) an den Dekan der Medizinischen
Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Prof. DDr. Pfitzer,
gerichtet hat und in dem von einer
Prüfung der Thesen des Dr. Hamer die Rede ist.
In diesem Schreiben wurde eine ausführliche Dokumentation samt detaillierten
Prüfungsberichten über die an der Städtischen Kinderklinik durchgeführten
Untersuchungen über die biologischen Gesetzmäßigkeiten der "Neuen Medizin"
des Dr. Hamer angekündigt.
Wie jedoch einem meinem Ministerium vorliegenden Schreiben von Prof. Pfitzer
an den deutschen Gesundheitsminister zu entnehmen ist, wurden die angekündigten
Unterlagen (Dokumentation und Prüfungsberichte) nie vorgelegt. Weiters teilt Prof. Pfitzer
in diesem Schreiben an das deutsche Gesundheitsministerium mit, daß Dr.
Hamer das
Angebot, seine Thesen durch Mitglieder der Medizinischen Fakultät der Heinrich Heine
Universität Düsseldorf überprüfen zu lassen, nicht wahrgenommen hat.
Zu Frage 3:
Zu dieser Frage ist grundsätzlich zu bemerken, daß für Angelegenheiten der
wissenschaftlichen Forschung das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
zuständig ist und daher mein Ressort über keine Forschungsmittel verfügt.
Ausserwinkler.