C.G.
[Anm.: Original liegt vor]
Gesundheitsamt
Poststrasse 22
7000 Chur
Dübendorf, 7.10.99
Sehr geehrte Damen und Herren
Wegen einer Mittelohrentzündung war ich vom
6.4.99-21.5.99 arbeitsunfähig.
Da ich seit vielen Jahren nicht zum Arzt gehe, da ich
der Meinung bin, dass sich der Körper selber heilt, wodurch ich mit der
NEUEN MEDIZIN in meinem Glauben verstärkt wurde, rief ich nur kurz bei
meiner Naturheilpraktikerin an, um mir einen Rat wegen der Schmerzen zu
holen.
Die Krankheit begann am 6.4.99 mit einer starken
Erkältung. Nach einer Woche bekam ich eine Mittelohrentzündung. Ich rief
meine Naturheilpraktikerin an und bat sie um Rat wegen der Ohrenschmerzen.
Knoblauch schaffte Abhilfe. Nach einer weiteren Woche war die Erkältung
abgeklungen. Manchmal waren die Ohrenschmerzen - und auch die
Nacken/Kopfschmerzen (setzten erst gegen Abend ein) - sehr stark und
liessen mich kaum schlafen.. Meine Augen waren sehr lichtempfindlich.
In der dritten Woche begann Eiter aus dem Ohr zu
fliessen. Die Ohrenschmerzen verschwanden und kamen nur, wenn der
Eiterfluss blockiert war. Die Nacken/Kopfschmerzen
nahmen allerdings zu,
setzten aber immer erst gegen Abend ein und dauerten bis in die frühen
Morgenstunden.
Am 29.4.99 begann ich mit dem rechten Auge gegen innen
zu schielen.
Am 6. Mai liess ich in der Klinik Stephanshom in St.
Gallen ein Native-Gehirn-CT parallel zur Schädelbasis anfertigen.
Genaueres siehe Brief an Dr. Schmid. Das CT
brauchte ich für die NEUE MEDIZIN.
Da die Schmerzen danach unerträglich wurden und nun
24h dauerten, ging ich schliesslich am 12.5.99, nach einer Woche "auf
die Zähne beissen", zu einem HNO-Spezialisten in Chur, Dr. med. J.
Riedi. Seine Ferienvertretung stellte ausser einer starken
Mittelohrentzündung allerdings nichts weiteres fest. Sie verschrieb mir
Antibiotika, auf welche ich zu nehmen ich bis jetzt verzichtet hatte.
Grund: Der Körper heilt sich selber, und jede chemische Behandlung
verhindert oder verzögert diesen Prozess.
Da die Entzündung nun aber schon so lange gedauert
hatte und langsam zu Ende ging, ich also mit der Antibiotika nicht mehr
gross stören, sondern das Ende nur ein wenig hinauszögern würde, war
ich mit der Einnahme einverstanden.
Die Kopfschmerzen
verschwanden gegen Abend. Der Eiter
floss spärlicher, das Schielen blieb.
Am 17.5.99 ging ich zu einer Nachuntersuchung wieder in
die Praxis. Diesmal war der Arzt selber anwesend. Er erkundigte sich nach
dem Krankheitsverlauf. Meine Einstellung zu meinem
Der-Körper-heilt-sich-selber-Glauben irritierte ihn offensichtlich.
Meinen Erklärungen und Erläuterungen zur
NEUEN MEDIZIN schenkte er kaum
Gehör. Daher konnte er auch nicht verstehen, warum ich ein Gehirn-CT
hatte machen lassen. Er verlangte den Namen der Klinik, in der ich es
hatte anfertigen lassen und den des behandelnden Arztes.
Am Abend des gleichen Tages mussten meine Mutter und
ich nochmals zu ihm in die Praxis.
Hier folgt der ungefähre Ablauf des Gesprächs, soweit
ich mich noch erinnern kann, in der direkten Rede:
Dr. Riedi: Ich habe heute Nachmittag mit Dr. Schmid
in St. Gallen telefoniert. Die Situation ist folgende: Sie haben eine
sehr schwere Mittelohrentzündung, welche sich anstatt gegen aussen -
gegen innen ausgebreitet hat, was zu einer Innenohrentzündung geführt
hat.
Carol: Wie kann das sein, anstatt gegen aussen? Es
fliesst seit Wochen sehr viel Eiter aus dem Ohr!
Dr. Riedi: Ja, ja, aber es ist vor allem gegen innen
gegangen. Ihr Ohr ist etwas anders gebaut als normalerweise. Des
weiteren ist das Felsenbein zerfressen. Die Entzündung hat sich weiter
gegen oben ausgedehnt, und Sie leiden noch zusätzlich an einer
Hirnhautentzündung. Wenn da nicht etwas gemacht wird, kann es ins Hirn
explodieren, und Sie können schon morgen tot sein.
Carol: Explodieren?
Dr. Riedi: Ähm, ja eben...
Meine Mutter bekommt einen Schock. Mich lässt seine
Aussage kalt, da ich nicht seiner Meinung bin.
Mutter: Was kann man da machen?
Dr. Riedi: Man muss sofort operieren, am besten schon
gestern. Ich melde Sie morgen gleich in der Uni-Klinik in Zürich an.
Mutter: Was für eine Operation ist denn das?
Dr. Riede: Das kann ich nicht so genau erklären.
(geht zu einem Bild an der Wand). Also, hier oben wäre das Felsenbein
(auf dem Bild ist keines zu sehen). Das ist voller Löcher. Der Chirurg
wird den Knochen aushöhlen und somit die Entzündung mit 'rausnehmen.
Carol: Wie sind die Erfolgschancen?
Dr. Riedi: Das ist eine schwierige und nicht sehr
häufig gemachte Operation. Es ist wie über ein Seil gehen: Entweder
kommen Sie auf der andern Seite an oder nicht.
Mutter sieht aus wie ein Häufchen Elend.
Dr. Riedi: Sie dürfen sich jetzt nicht zu viel
bewegen, nicht rennen oder springen. Jede Bewegung könnte ein
Ausbrechen auslösen.
Carol: Das hätten Sie mir heute morgen sagen sollen.
Ich bin nämlich ein Stück nach Hause gerannt.
Dr. Riedi: Schulterzucken.
Carol: Was, wenn ich mich nicht operieren lasse?
Dr. Riedi: Wenn Sie sich nicht operieren lassen, dann
sind sie nachher ein grosser Krüppel (macht eine Krüppelbewegung),
oder Sie sind tot. Sonst bleiben Sie nur ein kleiner Krüppel.
Mutter: Bis wann müssen wir uns entscheiden?
Dr. Riedi: Je länger Sie warten, desto schwieriger
wird die Operation, da immer mehr rausgenommen werden
muß. Die Chancen
werden somit immer kleiner.
Carol: Kann ich Ihre Diagnose schriftlich haben,
bitte?
Dr. Riedi: Nein, das wäre viel zu viel Arbeit. Ich
müsste das alles diktieren.
Carol: Kein Kommentar.
Carol: Wenn's so schlecht um mich steht, warum fühle
ich denn nichts davon? Warum geht's mir so gut?
Dr. Riedi: Ja, es wundert mich auch, dass Sie
überhaupt noch in meine Praxis laufen können, Es ist ein Glück, dass
Sie von der Schwere Ihrer Krankheit nichts bemerkt haben. So wie es
steht, müss...
Carol: Ein Glück?!
Dr. Riedi: Hm, hm...
Carol: Sagen Sie mal, Dr. Riedi. Wie kommt es, dass
ich mich überhaupt nicht aufrege? Wer hier den Schock bekommen hat, ist
meine Mutter. Aber ich?
Dr. Riedi: Ja, sehen Sie. Ein Teil Ihres Hirns ist
schon so in Mitleidenschaft gezogen, so dass Sie gar nicht mehr
begreifen können, was los ist, Und dadurch können Sie es auch nicht
mehr richtig beurteilen. Darum scheinen Sie so gleichgültig,
Carol: Der hat sie wohl nicht mehr alle!!
Mutter: Nickt traurig.
Carol: Darf ich Ihnen erklären, warum es den
Anschein macht, ich sei unbeteiligt?
Dr. Riedi: Wenn Sie wollen.
Carol: Ich erkläre ihm die Grundzüge der
NEUEN MEDIZIN von Dr. G. Hamer. Des Weiteren meine Einstellung zu Krankheiten
und deren Genesung. Auch, dass ich seit einigen Jahren nicht mehr zu
Schulärzten sondern zu einer Naturheilpraktikerin gehe.
Dr. Riedi: Sein Kommentar: Ich kenne diese NEUE
MEDIZIN nicht und habe auch kein Interesse. Alles Humbug. (Er wollte bei
meiner Erklärung auch gar nicht richtig zuhören). Woher kommt dieser
Arzt eigentlich. Aus Deutschland? Damit haben wir hier nichts zu tun.
Ihre Naturheilpraktikerin ist keine Ärztin! Aus Herisau ist sie? Im
Kanton Appenzell kann jeder ein Schild 'raushängen und sich
Heilpraktiker nennen. Das sind alles Scharlatane. Bei uns würde man
diese Leute vor Gericht bringen. Und wenn das alles stimmt, was Sie
sagen, dann bräuchte es ja gar keine Ärzte mehr!
Carol: Na, wenigstens etwas haben Sie begriffen.
Mutter: Kann man denn nichts Anderes machen? Mit
Antibiotika?
Dr. Riedi: Nein. Die Entzündung ist zu weit drinnen.
So weit reicht keine Antibiotika. Es macht auch keinen Sinn, wenn ich
Ihnen noch das alte Rezept verlängere.
Wir stehen auf und gehen vor das Praxiszimmer.
Carol: Aber es muss doch nicht immer das Schlimmste
sein! Es gibt doch sicher etwas für Menschen wie mich, mit so einer
Konstitution. Schauen Sie mich doch 'mal genauer an! Abgesehen von
meinem Schielen (hatte sich bis dahin nicht verbessert) sieht man mir
nichts an. Ich schlafe wie ein Baby, habe einen riesigen Appetit, bin
fit, fühle mich ausgezeichnet.
Dr. Riedi: Ja, ich sehe Sie. Sie schielen.
Carol: Ja, und?
Dr. Riedi: Das ist das erste Anzeichen der Schwere
Ihrer Krankheit! Es zeigt, wie weit sie schon fortgeschritten ist.
Carol: Der Typ spinnt.
Dr. Riedl: Hören Sie! Sie müssen selber wissen, wer
der Gescheitere ist und mehr weiss... Rufen Sie mich morgen früh an,
und teilen Sie mir mit, wie Sie sich entschieden haben. Aber machen Sie
schnell. Es muss nicht sein, dass Sie schon morgen tot sind, es kann
sich auch noch drei Monate hinziehen. Aber je länger Sie warten... Wenn
Sie meine Tochter wären, würde ich Ihnen einen Tritt in den ...
Carol: Danke, angekommen.
Nach einem langen Gespräch zwischen mir und meiner
Mutter, bei dem ich versuche ihr zu zeigen, was für Widersprüche bei dem
eben stattgefundenen Gespräch aufgefallen sind, ruft sie noch am gleichen
Abend Dr. Riedi zu Hause an.
Gesprächsverlauf:
Mutter: Dr. Riedi, meine Tochter schlägt vor, erneut
ein Gehirn-CT zu machen. Da könne man ja sehen, ob sich etwas
verändert habe. Seit dem letzten CT sind auch schon fast zwei Wochen
vergangen.
Dr. Riedi: Das hat keinen Sinn. Ist nur
herausgeworfenes Geld. So eine Krankheit wird nie besser, sondern immer
schlimmer.
Mutter: Aber man könnte es doch versuchen, damit man
ganz sicher ist.
Dr. Riedi: Bringt nichts.
Mutter: Meine Tochter und auch ich sind gegen die Operation. Es muss
Alternativen geben!
Dr. Riedi: Keine Alternativen. Die Entscheidung liegt
bei Ihnen.
In den folgenden Tagen folgten noch einige
Telefongespräche mit seinen Angestellten. Durch sie liess Dr. Riedi mir
mitteilen, dass er mich nicht weiter behandeln werde, da ich nicht gewillt
sei, mich operieren zu lassen. Nun, allzu grosse Lust, nochmals dorthin zu
gehen, hatte ich eigentlich auch nicht. Wozu auch? Einen andern Arzt in
Chur zu finden werde allerdings schwierig werden, meinte eine der Damen.
So eine schwierige Patientin, das spreche sich herum.
Ich bat nochmals um eine schriftliche Diagnose, ohne
Erfolg.
Dr. Riedi's Angestellte waren sehr kooperativ.
Besonders die eine war erschrocken über das Verhalten ihres Chefs und
distanzierte sich davon in allen Bereichen.
Das Arztzeugnis wollte Dr. Riedi mir auch nur bis zum
letzten Besuchstermin ausstellen, obwohl ich immer noch die von seiner
Praxis verschriebene Antibiotika einnehmen musste, und ich wegen der
Nebenwirkungen unmöglich zur Arbeit hätte gehen können.
Heute ist der 7. Oktober. Fast fünf Monate sind seit
dem "Todesurteil" vergangen. Mir geht
es ausgezeichnet. Bin auf dem gleichen Konditionslevel wie früher. Mein
Auge ist wieder in der Mitte, und ich sehe nicht mehr doppelt. Habe vor
langer Zeit wieder angefangen mit dem Gleitschirmfliegen, war fünf Wochen
in der USA, habe stundenlange Wanderungen unternommen.
Hätte ich auf Dr. Riedi gehört, wäre ich jetzt
vielleicht tot oder auf irgend ein Weise behindert.
Was mich am wütendsten macht ist die Angst und der
Schock, den dieser für mich völlig inkompetente Arzt durch seine brutale
und herzlose Art meiner Mutter zugefügt hat.
Worauf hat Dr. Riedi's Diagnose eigentlich beruht? Er
hat weder ein Röntgenbild noch die CTs gesehen. Mein Ohr konnte er nur
bis zum Trommelfell und nicht weiter inspizieren.
Mein Auge hat er nicht angeschaut, geschweige denn
untersucht.
Wie konnte er also behaupten, ich hätte eine tödlich
verlaufende Krankheit? Nur aufgrund des Gesprächs mit Dr. Schmid? Also
hat er nur nachgeplappert, was ein anderer Arzt ihm erzählt hat?!
Bevor ein Arzt eine solche Diagnose stellt, sollte er
da nicht etwas gründlicher nachforschen? Erneut ein Röntgenbild oder CT
machen, wie wir es ihm auch vorgeschlagen hatten, was er aber kategorisch
ablehnte?
Warum hat dieser Mann die Tatsache, dass es mir in
jeder Hinsicht ausgezeichnet ging, einfach ignoriert? Hat es nicht in sein
Krankheitsbild gepasst, und wäre es ihm vielleicht lieber gewesen, ich
hätte im Sterben gelegen?
Und warum wollte er mir seine Diagnose nicht
schriftlich geben, wenn er doch so davon überzeugt war? Ich musste
ein Papier (liegt bei) unterschreiben, auf dem
stand, dass ich von meiner tödlich verlaufenden Krankheit von ihm
unterrichtet wurde!
Dr. Riedi hat mir öfters zu verstehen gegeben, dass er
alles weiss und ich nichts. Ich, dummer Patient, also unbedingt auf ihn
hören müsse. Nun, dieses Mal - und wie viele Male vorher schon? - hat er
sich gründlich geirrt. Und mit ihm auch Dr. Schmid.
Die Zeiten, in denen alle Patienten dumm waren und von
nichts eine Ahnung hatten, sind vorbei. Dies scheint dem Herrn nicht zu
passen. Und wenn 'mal einer kritische Fragen stellt und nicht einfach
alles hinnimmt, so wie ich, dann wird er einfach nicht mehr behandelt.
Mein Fall hat unter den Bekannten meiner Mutter und den
meinen Kreise gezogen. Dabei sind uns ähnliche Berichte im Zusammenhang
mal Dr. Riedi zu Ohren gekommen.
Wie lange darf dieser Arzt den Menschen eigentlich noch
- leider viel zu oft völlig unbegründet - Angst machen und Schmerzen
zufügen? Pfuschen und dann vertuschen?
Ich hoffe, dass dieser Brief bei Ihnen auf offene Ohren
stösst. Es geht hier nicht um Rachegelüste. Mir ist ja nichts weiter
passiert. Vielmehr hoffe ich damit zu verhindern, dass Dr. Riedi in
Zukunft weiterhin solche Pfuschdiagnosen stellt und damit Menschen zu
seelischen und körperlichen Krüppeln macht!
Was und ob etwas unternommen werden muss, liegt in
Ihrem Ermessen.
Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur
Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Beilagen:
Auftrag an Klinik Stephanshom für ein
Him-CT von Frau A. Büchel
Bericht an Frau A. Büchel (Naturheilpraktikerin) von Dr. Schmid.
Eingeschriebener Brief von Dr. Schmid an mich
von Dr. Riedi aufgesetztes und von mir unterschriebenes Papier über
meine Krankheit
Kopien an:
Dr. Med. J. Riedi, Grabenstrasse 9, 7000 Chur
Frau A. Büchel, Sonnenhaldenweg 18, 9 1 00 Herisau
Herrn Kantonsarzt E. Tavema, Dorf 152, 9107 Umäsch
Herrn Kantonsarzt F. Jungi, Moosbruggstr. 1 1, 9000 St.Gallen
Gesundheitsdirektion, RR A. Scherrer, Kasemenstr. 17, 9102 Herisau
Dr. H. Heizer, Mitglied Gesundheitsdirektion, Rondellestr. 2, 9 1 00
Herisau
Widmer, Mitglied Gesundheitsdirektion, Wissegg 187, 9043 Trogen
Voneschen, Mitglied Gesundheitsdirektion, Thalerstr. 14, 941 0 Heiden
Bosislo, Mitglied Gesundheitsdirektion, Mühltobel 455, 9427 Zelg
Arnold, Mitglied Gesundheitsdirektion, , Kasemenstr. 17, 9 1 00 Herisau
Guerra, Mitglied Gesundheitsdirektion, , Kasemenstr. 17, 9 1 00 Herisau
Frau E. Aepli, Mitglied Gesundheitsdirektion, Ramsenburgweg 34, 9100
Herisau