Mesodermale Organe mit Ausnahmestellung:
Einerseits gehören die Relais der unten aufgeführten Organe streng
genommen anatomisch zum Hirnstamm, allerdings
unmittelbar am Übergang zum Großhirn-Marklager,
genauer gesagt zum äußersten cranialen Teil des Hirnstamms, dem sogenannten Mittelhirn.
In dieser Übergangszone zwischen Hirnstamm und Großhirn, zwischen Alt-
und Neuhirn, liegen lauter "Ausnahmeorgane", z.T. unpaarige (glatte Muskulatur,
Uterus-Muskulatur etc.), z.T. paarige Organe wie Nierenparenchym, die zwischen Hirnrelais
und Organ nicht kreuzen und z.B. schon vom Großhirn gesteuertes intestitielles Gewebe bei
Ovarien und Hoden, die zwischen Hirnrelais und Organ kreuzen. Sie alle verhalten sich
"mesodermal", wie die mesodermalen Organe, die ihr Relais im Marklager des
Großhirns haben.
Eine ganz besondere Ausnahmestellung nehmen die paarigen Hirnrelais der
Keimzellen ein, die wir im caudalen Bereich dieser Übergangsregion des Großhirns finden:
Einerseits ist die Vermehrungsart der Keimzellen sowohl im
pathologischen Falle (Teratom), als auch im biologisch normalen Falle (Embryo) nach dem
entodermalen Muster verlaufend (Zellvermehrung in der aktiven Phase), andererseits sehen
wir in der gesamten Schwangerschaft, spätestens seit dem 3. Monat der Schwangerschaft,
Vagotonie, wie wir sie in der mesodermalen Heilungsphase finden. Das Teratom wurde deshalb
zu recht als Ausnahme unter Entoderm behandelt.