
Kölner Stadt-Anzeiger, 15.11.1991
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Vorwürfe gegen Hamers Eltern
Prinz von Savoyen auf freiem Fuß gesetzt - Gutachter zur Todesursache
gehört
Paris - Der Sohn des letzten italienischen Königs, Prinz Viktor
Emanuel, der sich seit Mittwoch wegen Körperverletzung mit Todesfolge und unerlaubten
Waffenbesitzes vor einem Pariser Schwurgericht verantworten muß, bleibt bis Prozeßende
auf freiem Fuß. Das Gericht ordnete die Freilassung des 54jährigen Prinzen an, der die
Nacht zum Donnerstag in einer Gefängniszelle verbracht hatte.
Das Hauptaugenmerk in der Verhandlung des Schwurgerichts richtete sich am Donnerstag
auf das Opfer. Einer von zwei Karabinerschüssen, die der Prinz im August 1978 beim Streit
mit einem italienischen Playboy um ein Schlauchboot in einem korsischen Hafen abgefeuert
hatte, traf den völlig unbeteiligten deutschen Studenten Dirk Hamer. Er war nach ersten
ärztlichen Eingriffen auf Korsika und in Marseille nach Heidelberg verlegt worden und
dort dann über vier Monate später verstorben.
"Die Frage", so der Vertreter der Anklage, "ist
die: Was war die Ursache für den Tod Dirk Hamers, die Verletzung oder die unpassenden
Eingriffe der Familie Hamer?" Der Leiter der Intensivstation des
Krankenhauses in Marseille, Professor Michel Olmer, hatte der Familie
"inakzeptables" Verhalten vorgeworfen, weil sie "einen Kranken ohne
Benachrichtigung" nach Heidelberg transportiert habe.
Einer der zahlreichen Sachverständigen, ein Facharzt für Nierenkrankheiten,
bezeichnete die Verletzung als "wesentliche Ursache" des Todes, der "nach
einer Reihe" dramatischer Komplikationen eingetreten sei. (dpa)
siehe auch:
Informationsdienst Amici di Dirk, 1/92 - Hetze
gegen Hamer
Pressemeldungen 1978
Häufige Fragen zum Prozeß in Paris gegen Prinz Viktor Emmanuel von Savoyen