
täglich Alles, 23.3.1993
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90 Prozent der Krebstoten
könnten leben - Weil er seinen Theorien nicht abschwört - Berufsverbot für Dr.
Hamer
von Bengt Pflughaupt
Wenn Dr. Ryke Geerd Hamer recht hat, muß die Schulmedizin neu geschrieben werden.
Was kein Schulmediziner will. Einer kämpft gegen ein Heer von Millionen Ärzten. Ein
moderner Galileo Galilei, dieser Facharzt für innere Medizin mit Wohnsitz in Köln, der
aber in Burgau (Steiermark) Krebskranken von seiner "Neuen Medizin" berichtet.
Ein Mann, der nicht aufgeben will. Das hat ihn seine Existenz gekostet. In Deutschland und
Österreich verboten ihm die Ärztekammern, zu praktizieren. Wir können nicht
entscheiden, wer im Recht ist. Wir wollen Ihnen aber über den einsamen Kampf berichten -
ein Medizin-Krimi ...
Wer die Theorien von Dr. Hamer verstehen will, muß seine Lebensgeschichte kennen. Er
wächst in Leer (Friesland) auf. Dort sind die Menschen traditionsgemäß dickköpfig,
robust, Wind uns Wetter ausgesetzt. Knorrige Eichen im Wind, die jedem und allem trotzen.
So ein Mann ist Dr. Hamer: "Sonst hätte ich all das nicht durchstehen können, ich
wäre zugrunde gegangen", sagt der 57jährige.
Sein Leben läuft anfangs nach Plan. Theologie-, Medizin und Physikstudium in Erlangen.
Dr. Hamer als Erfinder. 30 Patente, darunter das in Chirurgenkreisen bekannte
"Hamersche Messer". 1957 Hochzeit mit der Ärztin Sigrid. Vier Kinder. Eine
glückliche Familie, die andere am Glück teilhaben lassen will. Umzug nach Italien.
Wunsch: Den Armen kostenlos helfen - die Patente werfen genug Geld ab. Doch dann
verändert der Tod das Leben der Familie Hamer: Im Urlaub auf Korsika trifft Sohn Dirk im
August 1978 eine Karabiner-Kugel. Der Schütze: Prinz Viktor Emanuel von Savoyen, der
italienische Thronfolger. Vier Monate nach dem Schuß stirbt Dirk in der Heidelberger
Uni-Klinik. Die Familie leidet. Psychischer Dauerstreß. Nach dem Tod seines Sohnes
erkrankt Dr. Hamer an Hodenkrebs. "Mir war klar, daß das Schockerlebnis den Krebs
ausgelöst hat." An der Münchner Uni-Klinik steht er als Oberarzt mit dem Tod auf du
und du. "Unsere Krebspatienten starben und starben." Der Mediziner entdeckt
Gesetzmäßigkeiten im Krankheitsverlauf der Patienten. Alle hatten einmal einen Schock
erlitten. Daß es da einen Zusammenhang in der Geschichte zwischen Psyche, Gehirn und
Organ gibt. Den "Konfliktschock", der das Leiden auslöst, nennt der trauernde
Vater das "Dirk-Hamer-Syndrom" (DHS). "Denn schließlich
hat es bei mir wie bei allen anderen Patienten auch den Krebs ausgelöst." So die
wichtigste These von Dr. Hamer. "Inzwischen ist sie bei 20 000 Patienten
nachgewiesen."
Der Klinikleitung berichtet er seine Entdeckung. Seine Chefs stellten ihn damals vor
die Wahl, entweder seinen Thesen - er nennt sie "NEUE
MEDIZIN" - abzuschwören
oder eben gefeuert zu werden. Hamer bleibt hart und muß gehen. "Danach begann das
Kesseltreiben gegen mich. Ich gelte seitdem als Ketzer, der sich gegen die Schulmedizin
auflehnt. Und die reagiert wie die Inquisition vor 500 Jahren."
Die Ärztekammer in Deutschland fordert wie damals die
Kirche von Galilei das
Abschwören von der Theorie. Wieder das "Nein". Bevor Dr. Hamer die
Approbation
(Zulassung als Arzt) entzogen wird, stirbt Ehefrau Sigrid in seinen Armen. "Aus Gram
über Dirks Tod." Doch der Friese trotzt dem Sturm, den die Schulmediziner entfachen
und kämpft an anderer Front gegen das italienische Königshaus und die französische
Justiz. "Ich wollte Gerechtigkeit für meinen Sohn, die ich aber nie bekam. Der Prozeß war erst 13 Jahre nach dem
Schuß - und der Prinz ging frei."
Nach dem Tod seiner Frau schreibt er Bücher über die "NEUE
MEDIZIN", hält
Vorträge, berät Krebskranke.
Kernaussage: "Wenn die Schulmediziner Chemotherapie verordnen, zum Skalpell, zum
Laserstrahl oder gar zum Morphium greifen, ist der Patient verloren, denn in der Regel
befindet sich der Krebskranke in diesem Stadium auf dem Weg der Besserung. Nur das wissen
die Schulmediziner nicht - oder sie wollen es gar nicht wissen." Und Dr. Hamer wirft
seinen Kollegen vor: "Sie lügen und sie morden, weil sie sich nicht einmal mit
meiner Theorie beschäftigen. Das ist ungeheuerlich. Ich kann beweisen, daß mit meiner
Behandlungsmethode 90 Prozent der Krebstoten noch am Leben wären! Als Theologe kann ich
nicht ruhig mit ansehen, was hier passiert."
Warum hören denn nur wenige Kollegen auf Sie, Herr Doktor?
"Den Patienten muß die Panik vor dem Tod genommen werden"
"Pro Jahr werden in Österreich und Deutschland rund 100 Milliarden Schilling an
Medikamenten verdient. Wer das sagt, wir heilen den Krebs, indem wir dem Patienten die
Panik vor dem Tod nehmen, und warten dann ab, bis die Gesundung eintritt, findet
natürlich bei der Chemieindustrie keine Freunde, denn dann würde ja Krebstherapie nichts
kosten. Und wer sich als Arzt zu meinen Thesen bekennt, dem geht es genauso wie mir. Er
soll zerstört werden. Darum schweigen fast alle."
Vor zwei Jahren gründete Dr. Hamer in Burgau ein "Zentrum für Neue
Medizin". Mit der Unterstützung des Bürgermeister Wallner. Dessen Frau war vor
fünf Jahren von den Schulmedizinern aufgegeben worden, bekam ein Buch von Dr. Hamer in
die Hände, verfuhr wie darin beschrieben und lebt noch heute. Dann spielt das Leben
Schicksal: Eines Tages klingelt es an der Tür. Ein Mann fragt, ob das Schloß zu mieten
sei. Ein gewisser Dr. Hamer. Frau Bürgermeister: "Sie sind mein Lebensretter",
sagt die Frau und unterstützt seitdem die "NEUE
MEDIZIN".
Und da gibt es die Untersuchung des
Tullner Amtsarztes Dr. Willibald Stangl, der immer wieder Anfragen in
Richtung Hamer-Thesen bekommt. Er stellte Untersuchungen an 120 Personen an. Wie der
deutsche Professor Stemmann
urteilt auch Stangl:
"Ich muß zugeben, daß die Sache in jedem Fall
seine Richtigkeit hatte." Dinge, die in den Ärztekammern nicht gern gehört werden.
So läßt Dr. Wolfgang Routil, Präsident der
Ärztekammer Steiermark,
die Mitglieder folgendes wissen: "Für das Problem, wie der Öffentlichkeits- und
erheblichen Publikumswirksamkeit erfolgreich begegnet werden kann, steht eine
Patentlösung allerdings nicht zur Verfügung." [Anm: siehe aber auch sein 'vertrauliches' Schreiben!]
Freut sich Dr. Hamer: "In Österreich sind zurzeit 200.000 Brief mit Auszügen aus
der Stangl-Untersuchung im Umlauf. Auf Dauer kann meine Arbeit in der Öffentlichkeit
nicht kaputtgemacht werden. Dafür sorgen die Patienten, die ich in Burgau
informiere."
Dazu Dr. Helmut Hammer, Vizepräsident der
steirischen Ärztekammer:
"Dieser Mann ist gemeingefährlich. Er negiert die komplette Schulmedizin und erhebt
für sein theoretische Pseudo-Gedankengebäude den Totalanspruch. Er beschreitet Irrwege
und ist völlig uneinsichtig. Eine wirkliche wissenschaftliche Prüfung seiner Theorien
ist noch gar nicht zustande gekommen." [Anm: armer, alter Herr Hammer! Siehe Überprüfung Trnava]
Dr. Hamers "Neue Medizin"
Die Behauptungen des Mediziners beruhen grundsätzlich auf der Aussage, daß eine
Krankheit - in der Regel Krebs - von einem Schock ausgelöst wird. Diesen Schock nennt er
nach seinem Sohn Dirk-Hamer-Syndrom. Er hat Auswirkungen auf die Kommandozentrale unseres
Organismus. Hamer: "Krebs entsteht im Hirn." Durch Fehlsteuerungen bilden sich
Krebszellen, die jedoch nur selten zum Tode führen. Der Mediziner geht davon aus, daß
Patienten, die nach seiner Methode therapiert werden, eine Überlebenschance von bis zu 95
Prozent haben. Bei der Schulmedizin bemängelt er, daß die Karzinome bestrahlt,
beschnitten oder mit Chemotherapie behandelt werden, was völlig falsch sei und häufig
zum Tode führe. Denn die angeblichen bösartigen Zellen seine ein Zeichen dafür, daß
der Krebs ausheile. "Die Patienten müssen bis zu acht Wochen Schmerzen aushalten,
dann sind sie über den Berg." Man müsse nur den Patienten die Panik vor dem Krebs
und vor dem Tod nehmen. Das reiche aus, um gesund zu werden.