
Wiener Zeitung, 23.08.1995
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Wieder
Abfuhr für Petrovic
Parlamentarische Anfrage an Gesundheitsministerin
Hamer: Wieder Abfuhr für Petrovic
Nicht nur Wissenschaftsminister Rudolf Scholten war mit einer Anfrage der Grünen Bundessprecherin
Madeleine Petrovic konfrontiert, in der diese - wie berichtet - den
"Psychoheiler" Ryke Geerd Hamer und dessen "alternative Krebstheorien"
gefördert wissen wollte. Wie aus einer Anfragebeantwortung hervorgeht, hatte Petrovic
auch an Gesundheitsministerin Christa Krammer ähnlich peinliche Fragen gestellt.
Auch Krammer erteilte Petrovic
eine deutliche Abfuhr, in dem sie u.a. auf
die Frage, ob sich ihr Ressort "inhaltlich mit den Thesen von Dr. Hamer"
auseinandergesetzt habe, antwortete: "Eine Auseinandersetzung mit neuen
Erkenntnissen auf dem Gebiet der Medizin, insbesondere auch im Zusammenhang mit der
Entwicklung komplementärer Heilmethoden, hat primär durch die Vertreter der Wissenschaft
selbst zu erfolgen."
Krammer weiter: "Dazu ist jedoch generell zu
bemerken, daß Voraussetzung für einen wissenschaftlichen Diskurs über komplementäre
Behandlungsmethoden sein muß, daß derartige Methoden auch einer wissenschaftlichen
Beurteilung zugänglich sind." Darüber hinaus, so die Gesundheitsministerin, sei es "zunächst Sache desjenigen, der mit neuen
Theorien auftritt, diese durch fundierte Unterlagen und Untersuchungen zu beweisen oder
zumindest plausibel zu machen. Dies ist im Fall der Thesen des Dr. Hamer nicht
gegeben."
Bemerkenswert vor allem die Petrovic-Frage "Es wäre sinnvoll, jene
Fälle zu dokumentieren, wo eine schulmedizinische Krebsbehandlung abgebrochen wurde und
die PatientInnen heute geheilt sind - planen Sie eine solche Dokumentation aufzubauen?"
Krammer beschied auch hier ablehnend.
siehe auch:
Parlam. Anfrage an BM-Gesund,
23.6.95
BM-Gesundheit antwortet, 10.8.95
Parlam. Anfrage an BM-Wiss., 23.6.95
BM-Wissen antwortet, 25.7.95