Dr. Doris Marszk und Center for the
Advancement of Health, 18.10.99
Impressum
Krebs-Forschung:
Sinkende Intelligenz nach Krebsbehandlung bei Kindern
Bei Kindern, die an Leukämie leiden und sich einer
Chemotherapie unterziehen, können im Laufe der Behandlung deutliche
Lernprobleme auftreten. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die Ronald Brown von
der Medical University of South Carolina zusammen mit Kollegen von der
University of Adelaide (Australien) durchgeführt hat.
Die Forscher untersuchten 26 krebskranke Kinder im Alter von
2 bis 15 Jahren vier Jahre lang nach der Diagnose einmal jährlich. Sechzehn der
untersuchten Kinder litten an Leukämie, die anderen zehn an anderen
Krebskrankheiten. Die durchgeführten Tests orientierten sich jeweils am Alter
der Kinder, und die Ergebnisse wurden in eine Vergleichsskala eingetragen.
Der Intelligenzquotient der Kinder, die keine
Chemotherapie erhalten haben, verbesserte sich im Laufe der vier Jahre im Durchschnitt von
110.3 auf 123.9, was eine typische kindliche Entwicklung darstellt. Bei Kindern,
die mit
Chemotherapie behandelt wurden, sank der Intelligenzquotient von 112.5
auf 104.0 ab. Im dritten Jahr nach Beginn der Behandlung trat das Absinken der
Intelligenz klar zu Tage: Die Lese-, Buchstabier- und Rechenfähigkeit hatte
deutlich nachgelassen.
Dass
Chemotherapie negative Auswirkungen auf die
Lernfähigkeiten hat, wird erst seit kurzem zur Kenntnis genommen. Dagegen sind
die negativen Einflüsse auf die Intelligenz beim Einsatz von Strahlen-Therapie
schon seit längerem dokumentiert. Die Studie von Brown und seinen Kollegen ist
in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift "Journal of Developmental and
Behaviorical Pediatrics" erschienen.
siehe auch:
Chemotherapie - Die Nebenwirkungen?