Presseerklärung
Am 23.11.95, abends 19:00 Uhr habe ich Frau Dr. Marcovich in Wien
angerufen. Im Verlauf der Nacht bis 24.7.95 1:00 Uhr morgens haben wir sechsmal
telephoniert, uns abwechselnd angerufen.
Mein Anliegen war: Frau Dr. Marcovich, können Sie nicht eine
Garantieerklärung der österreichischen Behörden mitbringen, wenn Sie morgen Mittag nach
Malaga kommen, daß niemand die Eltern zwingen wird zu Chemo und stationärem Aufenthalt
im Krankenhaus? Wenn Sie das bringen, fährt die ganze Familie freiwillig mit nach Hause.
Frau Dr. Marcovich recherchierte und meldete beim nächsten Anruf, daß sie eine solche
Garantieerklärung in etwa mitbringen könne. Wir waren beide einig, daß unter dem
ungeheuren Druck von Journalisten und Behörden eine für die Heilung von Olivia
notwendige Ruhe hier nicht möglich ist.
Darauf vereinbarten wir, die ganze Aktion - unter Einschluß des Herrn
Konsuls W. Esten als Blitznacht- und Nebelaktion durchzuführen. Wir, d.h. Frau Dr.
Marcovich, die Eltern von Olivia und ich, vereinbarten Stillschweigen, um den zu
erwartenden Journalistenpulk abzuhängen: Schon eine Stunde nach unserem letzten
Telephonat startete die Luftrettungsmaschine (um 2:00 Uhr) in Wien.
Der Rückflug von Malaga wurde für 5:00 Uhr festgesetzt. Alles klappte
reibungslos. Nur der Herr Konsul Esten kam schon "sicherheitshalber" oder wegen
Schlaflosigkeit, um 3:00 Uhr zur Wohnung der Familie Pilhar. Einzig der "orf"
hatte durch ein "Loch" in Wien von der bereits angelaufenen Blitzaktion Wind
bekommen. Er drehte den Abflug der Familie aus Malaga.
Die einzige Gefahr für Olivia bestand noch darin, daß Herrn Prof.
Gadner, der bei der Ankunft der Maschine die
Eltern erwartete, diese hätte überreden
können zu einem stationären Aufenthalt. Aber die ganze Familie ist inzwischen glücklich
- eskortiert von 10 Polizeimännern zu Hause gelandet.
Dr. Hamer