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Die sog. 'wissenschaftlich anerkannte' Krebstherapie ...Die Politiker spielen mit ...Und in der Tat hat das BMFT (Ministerium für Forschung und Technologie) eine Arbeitsgruppe "Unkonventionelle Methoden der Krebsbekämpfung" eingerichtet. Diese Arbeitsgruppe besteht aus Medizinern von der Immunologie, Physiologie, Pathologie und biomedizinischer Statistik, medizinischer Soziologie und Rechtsmedizin bis hin zur Biochemie und Vertretern von "bisher nicht allgemein anerkannten Methoden". Selbst letztere aber sind den Glaubensbekenntnissen der Schulmedizin loyal. Denn wäre dem nicht so, dann wären diese Vertreter ja als "unwissenschaftlich" disqualifiziert. Diese Arbeitsgruppe, das Alibi für "breitgestreute Forschungswilligkeit", vergibt nun nicht etwa Gelder oder unterstützt Außenseiter. Man erteilt Empfehlungen an geldgebende Stellen. Und das geschah seit 1981 ungefähr einmal jährlich. Bis 1984 waren ganze drei Projekte gefördert worden. Das BMFT glaubt: "Durch dieses Verfahren ist sichergestellt, daß Chancen für die Krebsbekämpfung, die sich aus der Nutzung von Außenseitermethoden ergeben könnten, nicht ungenutzt bleiben." Und aus der Sicht des BMFT ist die Krebsforschung auch in der Tat
"pluralistisch" gefächert: Krebsforschung in der BRD betreiben die voneinander
unabhängigen Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, Universitäten so gut wie
hochschulfreie Institute und Kliniken, dann die weitgehend bundesabhängigen
Großforschungseinrichtungen und last but not least die Pharmaindustrie. In der Tat eine
breite Fächerung, soweit es die Vielfalt der Institutionen und Abhängigkeiten anbelangt.
Ideologisch dagegen sieht man nicht die Spur einer breiten Fächerung: Sie alle sind
mehr oder weniger straff schulmedizinisch ausgerichtet. [Aus: Jahrhundert-Skandal KREBS, W.O. Lenberg]
[Aus: Jahrhundert-Skandal KREBS, W.O. Lenberg] Wie sollen in dieser verfahrenen Situation tatsächlich echte "alternative" Forscher zum Zuge kommen können? Die Schulmedizin hat keine Kontrollinstanz über sich und sie wird nie gegen sich entscheiden. Es gibt lediglich die Möglichkeit, die Wurzeln des Skandals freizulegen, die Situation damit für die Öffentlichkeit transparent zu machen und dergestalt Einfluß auf die Verteilung der Etats zu nehmen. Denn über die Etats allein entscheidet sich, welcher Zweig der Forschung blüht - und welcher verdorren muß. Die Problematik liegt darin, daß Laien - in der BRD der Forschungsminister, die Gesundheitsministerin und der Chef der Deutschen Krebshilfe - die vom Volk aufgebrachten Riesensummen ohne sonderliche Sachkenntnis verteilen. So wundert es niemanden, wenn sie sich von medizinischen Koryphäen - Schulmediziner allesamt - beraten lassen. Das führt dann zu der grotesken Situation, daß diese Laien am Ende strammer schulmedizinisch orientiert sind als zahlreiche, zumindest im Herzen zweifelnde Fachleute. Hier steckte schon ein Fehler, eine Ursache der verfahrenen Gesamtlage.
Jeder Arzt schwört, den Kranken zu helfen. Das tut er dann auch konsequent. Aber er hat nicht geschworen, die Kranken abzuschaffen, indem er Krankheiten ausrottet. (Etwa 2/3 aller schweren Krankheiten sind noch heute nicht heilbar, so u. a. Gefäßleiden, Rheuma, Krebs.) Mit der Ausmerzung von Krankheiten entzöge er sich seine Existenzgrundlage. Insofern hat man in der Krebsforschung jedoch wenig Sorgen; der Marsch der Onkologie ins nächste Jahrtausend - Hand in Hand mit dem Rätsel Krebs - scheint hinlänglich gesichert. Denn der Bronn der Etats sprudelt schier unerschöpflich.
[Aus: Jahrhundert-Skandal KREBS, W.O. Lenberg]
[Aus: Jahrhundert-Skandal KREBS, W.O. Lenberg] Das verwundert denn auch niemand, denn der eminent wichtige Bereich Volksgesundheit ist zum Teilressort zwischen Familie, Jugend und Frauen degeneriert und hat von Bedeutung und Effizienz her einen kaum zu unterbietenden Wirkungsgrad. Das deutsche Gesundheitsministerium, jetzt unter der Verwaltung einer Lehrerin, ist längst Erfüllungsgehilfe des Medizin- und Gesundheitsmarktes geworden. Anfragen des Autors nach eventuell verbliebenen Kontrollfunktionen des Gesundheitsministeriums ergaben, daß man sich auf das Urteil der Fachleute schon verlassen müsse ... [Aus: Jahrhundert-Skandal KREBS, W.O. Lenberg]
[Aus: 'Die Gesundheitsmafia', Milly Schär-Manzoli]
[Aus: raum&zeit 32/88, Editorial]
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