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Einverständnis
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Die Onkologie
- und was (sich) die Schulmedizin sonst noch leistet
Eine Sammlung offizieller Statements;
zusammengestellt von 'Die Eltern von Olivia' |

Ihre Therapie ...
Chemotherapie - und was man darüber wissen sollte
Wer kommt für eine Chemotherapie in Frage?
| ... führt die allgemeine Forderung, Patienten möglichst im Rahmen
klinischer Studien zu therapieren, dazu, daß viele Patienten nach einheitlichen
Protokollen und nicht nach individuell, auf ihre Beschwerden zugeschnittenen Therapien behandelt
werden. Diese Zurückstellung der individuellen gegenüber der kollektiven Ethik kann in
klinischen Studien ernste Konflikte für die behandelnden Ärzte heraufbeschwören.
...
In ihrer Verzweiflung drängen Patienten die behandelnden Ärzte dazu, therapeutisch aktiv
zu werden, nehmen bereitwillig auch erhebliche Nebenwirkungen in Kauf, nur um dem Gefühl
des untätigen Abwartens zu entgehen. Sehr fraglich ist es aber, ob der Therapiewunsch des
Patienten als Rechtfertigung für eine toxische Therapie gelten kann, wenn keine Belege
dafür existieren, daß diese Therapie die Prognose des Patienten verbessert. Das gleiche
gilt, wie Martz (1985) bemerkt, auch dann, wenn Ärzte aus dem (berufsbedingten)
Bedürfnis heraus, aktiv zu werden, eine Chemotherapie wider besseres Wissen verabreichen.
In Einzelfällen mögen nach Martz auch wirtschaftliche Beweggründe vorliegen.
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[Aus: 'Verlängert die zytostatische Chemotherapie das Überleben von Patienten mit
fortgeschrittenen epithelialen Tumoren?', DDr. Ulrich Abel, Tumorzentrum
Heidelberg]
| Prof. Dr. Bernhard Wolf, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Physik
und Elektronenmikroskopie am Institut für Immunbiologie der Universität
Freiburg/Brsg. "Es
gibt eine ganze Reihe von Tumoren, die sich gut therapieren lassen, es gibt aber eine noch
größere Reihe von Tumoren, die sich schlecht therapieren lassen, wo man zum Teil gar
nicht weiß, ob nun die Therapie angegangen ist, ob das jetzt Lungen-, Brust-, Magen-
oder Darmtumore sind. Gerade in den Fällen ist es so, daß man eine Wahrscheinlichkeit
von ungefähr 80% hat, daß die Therapie nicht ran geht, das heißt, es werden 80% der
Leute therapiert, ohne daß man genau weiß, daß das für sie Erfolg hat. Und das wäre
natürlich ein Vorteil, wenn man es verhindern könnte, wenn man nur die Leute der
Therapie zu unterziehen bräuchte, bei denen man auch weiß, die Zellen dieses Patienten
reagieren zumindest auf diese Substanz. Eine Chemotherapie zeigt ja sehr viele
Nebenwirkungen in der Regel, das heißt, wenn der Patient nicht genau weiß, daß sie in
seinem Fall auch eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit hat, dann wird er sich wahrscheinlich
gegen eine Chemotherapie aussprechen. Die Zahlen der
Statistik zeigen auch, daß er in
diesem Falle tatsächlich eine höhere Überlebenschance hätte als unter der
Chemotherapie ... "
Doch nur wenige Krebskranke vermögen sich der Intensivbehandlung zu entziehen. Zu
groß ist der Sog der leeren Klinikbetten, zu schmal die Grenze zwischen der
erforderlichen Diagnostik, die heilbare von unheilbaren Krankheiten trennt, und der
Therapie,
die bei den meisten Krebsformen nichts bringt.
Zu diesem Eingeständnis sind die Heilkundigen jedoch weder dem betroffenen Patienten
gegenüber bereit noch gegenüber der Allgemeinheit, die sie bezahlt. Obwohl seit 25
Jahren auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung - Forschung, Vorsorge, Früherkennung,
Therapie, Nachsorge - Stillstand herrscht, suggerieren die Experten dem krebsfürchtigen
Volk, es gehe voran und die Chancen des Kranken, vom tödlichen Leiden geheilt zu werden,
würden immer besser. |
[Aus: Spiegel, Nr. 36/1980, Begrabene Illusion]
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Der Krebs wird nach Schablone bekämpft: Auf die Diagnose eines
bestimmten Tumors erfolgt automatisch eine bestimmte Therapie; nicht die individuelle
Situation des Patienten, sein Allgemeinzustand und eine medizinische Prognose steuern die
ärztlichen Maßnahmen, behandelt wird vielmehr frei "nach Kochbuch".
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[Aus: Spiegel, Nr. 26/1987, "Ein gnadenloses Zuviel an Therapie"]
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Aber auch aus Mitleid und Hilflosigkeit verfallen die Tumormediziner mitunter dem
heillosen Aktionismus. Sie muten ihren Patienten die Strapazen der Chemotherapie zu,
"weil es", wie Martz formuliert, "für sie leichter
ist, eine aktive Behandlung durchzuführen, als passiv zu bleiben."
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[Aus: Spiegel, Nr. 26/1987, "Ein gnadenloses Zuviel an Therapie"]
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Wer vor Menschen stehe, so der Nürnberger Gallmeier, von denen er wisse, "den
heilen wir nie", suche den Ausweg nicht selten in der Flucht nach vorn. Die
Onkologie, warnt der Mediziner deshalb, dürfe sich nicht unter Zwang setzen lassen, "heilen
zu müssen, wo wir nicht heilen können".
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[Aus: Spiegel, Nr. 26/1987, "Ein gnadenloses Zuviel an Therapie"]
| Obwohl Chemotherapien nicht heilen können, werden viele Frauen mit aggressiven
Medikamenten behandelt. Hochtoxische Wirkstoffkombinationen, so berichten
Tumorspezialisten beim 18. Deutschen Krebskongreß im letzten Jahr, haben den oft
jahrelangen Verlauf der Krankheit aber nicht wirksamer beeinflußt als "milde
Behandlungsschemata". Beschwerdefreie Patientinnen werden durch die Therapie oft
sinnlos gequält. Eine generelle Indikation zur Chemotherapie, so der Essener
Tumorspezialist Professor Carl-Gottfried Schmidt, gebe es nicht.
Metastasierender
nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Hochtoxische Kombinationstherapien durch Bestrahlung und
Zytostatika bemessen die durchschnittliche Überlebenszeit auf sechs bis acht Monate. Auch
wenn sich einige Tumoren während der Behandlung teilweise zurückbilden, hat dies weder
auf die Überlebenszeit noch auf die Überlebensqualität nennenswerten
Einfluß.
Die oft durchgeführte Hormontherapie verlängert das Leben nicht.
In 90 Prozent der Fälle, schätzt Krebsexperte Hoffmann, würden Patienten mit
metastasierenden Prostatakrebs nach der Devise "Viel hilft viel" mit mehr als
einer Hormontherapie "überschüttet". "Zwei Drittel hätten damit
nicht behandelt werden müssen."
Zellgifte können das Leben nicht verlängern. Beschwerdefreie Patienten sollten
deshalb nicht mit Zytostatika behandelt werden. Übertherapien mit sehr starken
Nebenwirkungen sind dennoch die Regel.
Trotz vergrößerter Lymphknoten nimmt die Krankheit auch ohne Therapie oft einen
langsamen Verlauf. Die Knoten bilden sich mitunter spontan zurück. Rigoros eingesetzte
Zellgifte verlängern das Leben nicht. |
[Aus: Spiegel, Nr. 26/1987, "Ein gnadenloses Zuviel an Therapie"]

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