Zudem haben die chemischen Zellkiller ihren Leistungszenit offenbar überschritten. "Nach
Jahren stürmischer Entwicklung", eröffnete das Fachblatt "Medical
Tribune" letztes Jahr, ist die medikamentöse Jagd auf den Krebs "auf
einer Art Plateau" angelangt: Erfolgreich sind die Zytostatika
hauptsächlich bei rasch wachsenden Tumoren, dagegen stagniert ihre Wirkung bei den
zahlenmäßig überwiegenden langsam wachsenden Geschwülsten.
Womöglich werden die aggressiven Arzneien aber erst in Zukunft noch den größeren
Flurschaden anrichten. "Warum nicht öfter ambulant?" fragte die
"Medical Tribune" im letzten Oktober ihre Ärzteleser und machte der Klientel
die Chemotherapie schmackhaft:
"Sind die Klippen fehlender Therapiekonzepte erst einmal überwunden",
lockte das Blatt, "und ist dies zur Zeit auch noch Zukunftsmusik, so steht der
ambulanten Therapie nichts mehr im Wege."