'Ausrottung' Kranker
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Die Onkologie - und was (sich) die Schulmedizin sonst noch leistet

Eine Sammlung offizieller Statements;
zusammengestellt von 'Die Eltern von Olivia'

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  ... und was (sich) die Schulmedizin sonst noch leistet!

DER KRIEG GEGEN DIE MASSE - oder  B I O E T H I K

Nicht die Krankheit, sondern die Kranken werden 'ausgerottet'

Ursel Fuchs:
Der Soziologe Ulrich Beck hat einmal gesagt: 'Die Beschäftigung mit dem Erbgut schließt immer ein - und zwar ob man das will oder nicht - Kontrolle, Selektion, Auswahl, Verbesserung, Veränderung des Erbguts von Pflanzen, Tieren und auch Menschen.'

Die Maßnahme, die in 70iger Jahren auf Zypern ergriffen wurde, nämlich flächendeckend Gentests zu fordern von allen Menschen die heiraten und Kinder kriegen wollten, basierte auf der Tatsache, daß man in den Jahren davor mit guter medizinischer Pflege und hohem Aufwand an Blutspendemöglichkeiten diese Menschen mit Thalassämie bis in die fortpflanzungsfähigen Jahren - bis 20, 30 Lebensjahre - hat bringen können. Ganz früher starben sie weit aus eher. So, aber nun merkte man, wenn sie im fortpflanzungsfähigen Alter sind, können sie erneut Menschen mit dieser Krankheitsanlage als Kinder bekommen und erzeugen. Und da war dem Staat, dem Gesundheitsministerium völlig klar - da heißt es in dem entsprechenden Bericht: 'Wenn wir dem nicht Einhalt gebieten würden und die Geburten neuer Thalassämiker - so wurde es genannt - verhindern, würden unsere Ressourcen hoffnungslos überstrapaziert.' Auf deutsch: Wir können es uns gar nicht leisten, daß sich diese jetzt auch noch vermehren.
So und nun hat dieses flächendeckende Programm mit viel Öffentlichkeitsarbeit - heute würden wir sagen Publikrelation und Werbung - stattgefunden und jeder gute Zypriote war sich klar darüber, man heiratet nicht, man kriegt keine Kinder, wenn man die entsprechenden Thalassämie-Gene in sich trägt. Die Kirche hat übrigens den Schlußstein in dieses eugenische Gebäude gefügt, indem sie nur noch Paar getraut hat, wo dann also ein Ehetauglichkeits-Zeugnis über Unbedenklichkeit über die Thalassämie vorlag. Und ich denke spätestens beim Stichwort 'Ehetauglichkeits-Zeugnis' - früher hieß das Erbgesundheitszeugnis im Dritten Reich - wird klar, daß es sich um Selektion, um Auslese handelt.

Ich muß noch mal Ulrich Beck zitieren, der sagt:
'Wir reden immer davon es würden Krankheiten ausgerottet. In Wirklichkeit werden Menschen nicht zum Leben zugelassen.'

Es geht nicht um Gene, es geht um Menschen, die nicht heiraten dürfen, keine Kinder kriegen dürfen, oder eben bei unpassender genetischer Ausstattung nicht auf die Welt kommen dürfen. Jetzt könnte man natürlich sagen, es war in Zypern sicher eine Sondersituation, diese Krankheit gibt es da und auf Sardinien gehäuft, nun sind Sie sie los und nun ist es doch irgendwo auch gut. Es ist aber deshalb nicht gut, weil die Erforschung erblicher Krankheiten oder die Ausforschung erblicher Krankheiten auf Zypern aufgrund dieses guten Erfolges weitergeht und man ist jetzt dabei die Geburten entsprechend von Down-Syndrom-Kindern zu verhindern, indem man sie vorher voll ermittelt und dann dafür sorgt, daß sie nicht geboren werden. Die UNESCO wiederum hat das Beispiel Zypern mit großem Wohlgefallen betrachtet und sagt: 'Sollte man nicht so ähnlich wie auf Zypern Ehetauglichkeits-Zeugnisse überhaupt einführen.'

Peter Huemer:
Würden Sie annehmen, daß prädikative Gentests zwangsläufig in die Eugenik, also in die Zuchtwahl beim Menschen führen und letztlich in einen neuen Faschismus?

Ursel Fuchs:
Also, einen indirekten Faschismus hat ein deutscher katholischer Moraltheologe, Prof. Ried, der pränatalen Diagnostik zugeschrieben. Unbewußt entsteht ein Druck auf Paare, nur ja kein Kind, daß vielleicht mit einer Erbkrankheit zur Welt kommen könnte. Gesellschaftlich entsteht eine verstärkte 'Muß-das-denn-heute-noch-sein'-Haltung, 'so ein Kind muß man heute doch nicht mehr kriegen'. Ich denke, dieser indirekte Faschismus ist um so weniger auszuschließen in Zeiten, wo Sparprogramme alle fünf Minuten zu hören sind und verkündet werden, denn was kann man Verantwortungsvolleres tun - so wird man irgendwann einmal sagen - als dem Staat und der Gemeinschaft der Versicherten, Menschen zu ersparen, die hinterher hohe Pflegeaufkommen, hohe Kosten und allerlei Schwierigkeiten bereiten könnten. Das ist ein Weg, der in die Kontrolle des Genpools einer Bevölkerung führt - das ist Bevölkerungsgenetik, was auf Zypern passiert ist.

Und ich denken, Sie haben ja ganz am Anfang ein Zitat von Jean Dusse von der UNESCO zitiert, wo er sagt: 'Wäre es nicht schön? Träumen Sie mit mir den Traum von den Genen. Von einer Menschheit die freier ist als je zuvor von Krankheit und Tod.' Wenn das auf diesem Wege erreicht werden sollte, wäre es ein gefährlicher Weg, der natürlich faschistische, technokratische und eugenische Züge trägt. Das ist Selektion! Das ist Aussortieren derer, die hinterher als Kostenlast empfunden werden.

[Aus: ÖR; 'Im Gespräch', 15.5.1997, mit Peter Huemer und Wissenschaftsautorin Ursel Fuchs; Thema: Bioethik]

Nur noch künstliche Befruchtung für Frauen, damit Babys perfekt werden! Ein durch normalen Sex gezeugtes Kind ist nicht mehr zu verantworten.

Entstehen unsere Babys bald nur noch durch künstliche Befruchtung im Reagenzglas?

Das forderten jetzt Ärzte aus Australien auf dem Weltkongreß für künstliche Befruchtung in Vancouver/Kanada.

Ihr Argument: Die "Retortenbabys" sind die einzige Methode der menschlichen Fortpflanzung, die noch verantwortet werden kann! Erbkrankheiten würden sofort erkannt, die entsprechenden Eizellen getötet.

[Aus: Bild, 5.6.97, Nur noch künstliche Befruchtung für Frauen]

[Anmerkung:
Als krassen Kontrast zu dieser furchtbar lebensverachtenden Pseudomedizin lesen Sie bitte den Artikel über die kleine Anna - Die Gene haben doch nicht das letzte Wort]

 

siehe auch:

Neue Solidarität, 02.05.2001 - Die holländische Todesart

 

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