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Das Syndikat
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Die Onkologie - und was (sich) die Schulmedizin sonst noch leistet

Eine Sammlung offizieller Statements;
zusammengestellt von 'Die Eltern von Olivia'

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  ... und was (sich) die Schulmedizin sonst noch leistet!

Die Pfründe gilt es zu wahren

Der eigene Herd ist Goldes wert.
Doch nicht so ist's beim Krankheitsherd.
Da bringt der f r e m d e Gold allein.
Dem Arzt und Apotheker ein.

Eugen Roth

"Die reine Geschäftspolitik dieser medizinischen Unternehmergilde" - so heißt es nach Mills Worten [Anm.: Prof. C. Wrigth Mills in seinem Buche 'White Dollar'] - mit ihren örtlichen Ärztegesellschaften, Medizinalbüros und Geheimkomitees wird durch die Verteuerung des Medizinstudiums noch gefördert, wodurch den Unbemittelten der Arztberuf nahezu verschlossen ist. Die gesellschaftliche Stellung der Familie des Medizinstudenten wird bezeichnenderweise als wichtige Voraussetzung dafür angesehen, daß dieser sich später strikt an den Standeskodex hält. "Standesethik bedeutet, daß die Fachärzte aus guten, alteingesessenen Familien gewählt werden", erklärte dazu ein ärztlicher Krankenhausdirektor, und Professor Mills schreibt wörtlich:

"Der enge Kreis, der sich streng an diesen Standeskodex hält, beherrscht nicht nur alle Schlüsselstellungen in den Krankenhäusern und Kliniken, sondern tatsächlich die gesamte Ausübung des ärztlichen Berufes in der jeweiligen Stadt, und zwar meist viel wirkungsvoller, als die bestorganisierte Gewerkschaft ihr Fach kontrolliert! Auf diese aufs engste zusammenarbeitenden Unternehmer der Medizin muß sich der einzelne einstellen, wenn er eine ärztliche Praxis eröffnen und erfolgreich ausüben will. Als völlig unabhängiger Mann kann er keinen Erfolg mehr erwarten. Wer seine Praxis aufbauen und seine Patienten behalten will, der muß darum den Kontakt mit den Ärzten der verschiedenen Rangstufen der medizinischen Hierarchie pflegen.

In den meisten Städten bilden die Fachärzte eine 'Bruderschaft' innerhalb des Ärztestandes. Sie haben entscheidenden Einfluß auf jede Stellenbesetzung bei den Krankenhäusern und Kliniken, maßregeln jeden fremden Eindringling, teilen die Patienten unter sich und andere Ärzten auf - kurz, sie bemühen sich, den Wettbewerb und die medizinische Laufbahn unter steter Kontrolle zu halten. So bilden sie eine straff organisierte Interessengruppe mit technischer Arbeitsteilung und einer wohlerprobten Methode der Organisation des 'Patientenmarktes'. Die großen Kliniken und Krankenhäuser mit ihren vielen Spezialisten und ihrem großen Stab von Angestellten unterliegen der Kontrolle dieser verhältnismäßig kleinen Ärztegruppen, die, wie Unternehmer, Hand in Hand arbeiten. Alle wichtigen Ärzteposten an Krankenhäusern sind den hochspezialisierten Fachärzten mit dem besten Einkommen aus eigener Praxis vorbehalten. Praxis und Krankenhaustätigkeit bilden ein System wechselseitiger Verbindungen."

[Aus: Ethik oder Geschäft?, Albert Giercke]

"Denkende Leute, deren Aufmerksamkeit auf den außerordentlichen und ungeheuren Einfluß gelenkt wird, den die Ärzteschaft auf das Publikum ausgeübt hat und noch auszuüben fähig ist, werden mit Überraschung wahrnehmen, daß, während allen Ständen angehörige, ehrlich gesinnte Männer gegen Sondergesetzgebungen zu Felde ziehen, die Ärzteschaft imstande gewesen ist, den Erlaß spezieller Schutzgesetze zu dem alleinigen Zweck herbeizuführen, ein Monopol zu ihren Gunsten zu etablieren. Angeblich in der Absicht das Publikum zu schützen, haben ärztliche Gesellschaften in Amerika Spezialkomitees ernannt und Gelder zu dem Unterhalt dieser Komitees bewilligt, solange diese damit beschäftigt waren, durch die Foyers der gesetzgebenden Versammlungen Gesetze einzuschmuggeln, die den Zweck haben, ein Monopol für die Ausübung der Heilkunde zu schaffen.

Die Wahrheit ist einfach die, daß die Behauptung, die Gesetze zur Regelung der medizinischen ärztlichen Praxis seien zum Schutz des Publikums gemacht, falsch ist; sie sind vielmehr lediglich zum vollständigen Schutz einer Klasse von Monopolisten erlassen; und der Kodex der modernen medizinischen Ethik - ob geschrieben oder ungeschrieben verdankt seine Existenz genau demselben Beweggrund. In Sachen der medizinischen Ethik macht sich die ärztliche Zunft durch ihre raffinierten Bestrebungen und geschickt geschleuderten Bannstrahlen zum Leithammel und die große Menge zieht schafsähnlich hinter ihr her.

Da die Heilkunde keine Wissenschaft ist, und da es keine genau bestimmte Regel gibt, durch deren Befolgung einem kranken Menschen mit unbedingter Sicherheit geholfen werden könnte, so erscheint es als ganz natürlich, daß, wenn ein Mann wie Prießnitz ein Heilmittel entdeckt, welches infolge seiner Übereinstimmung mit den Gesetzen der Natur für zuverlässig gelten darf, der Entdecker das Publikum mit seiner Entdeckung bekannt zu machen wünscht. Zum gehörigen Schutze des orthodoxen Arztes jedoch muß etwas erfunden werden, um diesen irregulären Arzt zu hindern, seine überlegene Methode bekanntzugeben.

Diese Ungerechtigkeit und Heuchelei ist nicht bloß auf Amerika beschränkt. In Wien hatte eine von der Natur befähigte Frau, namens Del Cin, infolge der von ihr vollbrachten Kuren Berühmtheit erlangt. Kaum sahen die Herren Doktoren von dem Erfolge dieser Frau ihre Taschen bedroht, so sorgten sie dafür, daß ihr eine Anklage aufgehalst und sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Diese Ärzte, welche der Madame Del Cin zu Leibe gingen, wurden nicht von der Sorge um das Volk getrieben, sondern von der Furcht, daß einigen Zunftgenossen der Ast, auf dem sie saßen, abgesägt werden könnte. Die Opposition dieser Ärzte gegen Madame Del Cin und andere nicht von einem orthodoxen Gremium approbierte Ärzte ist nicht der Besorgnis entsprungen, daß sie kunst- und gesetzwidrige Handlungen begehen könnten, sondern die Furcht, daß ein zu großer Teil der Volksgunst sich ihnen zuwenden möchte. Diese arglistige Macht der verbündeten Ärzte ist in England nicht weniger fühlbar als anderwärts."

[Aus: Ethik oder Geschäft?, Albert Giercke]

Was ist das eigentlich, die vielzitierte Schulmedizin? Nun, sie ist so etwas wie das Glaubensbekenntnis der Äskulapjünger. Sie umfaßt den gesamten Wissens- und Erfahrungsschatz von Jahrhunderten, Jahrtausenden. Im Interesse des Patienten, natürlich aber auch als Eigennutz, hat sich die Medizin aus der Magie und Heilkunde zu einer empirisch begründeten Wissenschaft gemausert [Anm: meint man]. In ihr gelten strenge Regeln, vergleichbar mit denen einer Ordensgemeinschaft. Wer dieser Gemeinschaft angehört, hat sich dem Reglement zu fügen. Das heißt, wer sich den autoritär-hierarchischen Ordnungen nicht anpaßt, ist bald ein Ausgestoßener, ein "Außenseiter" .

Weshalb so strenge Regeln? Sie haben durchaus ihren Sinn. Schon im Altertum hatte der Schamane eine starke Persönlichkeit zu sein. Seine Kraft vertrieb die Dämonen und damit Krankheit und Schmerz. Und genauso ist es noch heute: Leib-, Kopf- oder Zahnweh können tagelang durch nichts zu vertreiben sein. Aber sitzt man dem Arzt gegenüber, ist der Schmerz wie weggeblasen. Die unfehlbare Person des Mediziners als beste Medizin, Placebo-Effekt sozusagen.

In der Tat ist die Unfehlbarkeit des Arztes die Voraussetzung für seine elitäre Position als Beschützer vor Krankheit und Tod. Häufiger Wechsel aber in Theorie und Therapie würde lediglich den Glauben des Patienten an den Arzt erschüttern. Solange es sich um ein Hühneraugen- oder Abführmittel handeln mag, kann sich die Medizin auch mal einen Irrtum eingestehen. Sobald man jedoch die Theorien und Therapien anzweifelt, die über Leben und Tod der Patienten entscheiden, hat man den neuralgischen Punkt getroffen.

71% der Bevölkerung halten den Stand der Ärzte für die angesehenste Berufsgruppe. Und wirklich ist das hohe Ansehen der Ärzteschaft ihr Hauptkapital, das es für sie konsequent zu bewahren gilt: Der Patient kann zu einem Arzt nur dann Vertrauen haben, wenn er sicher ist, daß er richtig behandelt wird. Änderte der Arzt häufig Theorien und Therapien, dann wäre das nicht anders, als wenn ein Geistlicher vor seiner Gemeinde heute den Shintoismus, morgen den Buddhismus und gestern den Katholizismus als alleinseligmachende Religion verkündete. Man könnte ihm nicht trauen, sich ihm nicht "anvertrauen". Ein Arzt, der zwanzig Jahre lang seine Krebspatienten in die Grube therapierte, obwohl sie vielleicht heute noch leben könnten, ist erledigt, wenn dieser Sachverhalt unter den noch lebenden bzw. seinen potentiellen Patienten von morgen publik würde.

So ist denn eine gewisse Kontinuität in Lehre und Therapie für die Schulmedizin unerläßlich. Erdbeben in der Medizin müssen in viele kleine Beben aufgelöst werden, so daß der jeweilige Schock keinen Keil zwischen Arzt und Patient zu schieben vermag. Das Verfahren ist in der Schulmedizin denn auch keineswegs neu: Der Pionier muß mitsamt seinen Kritikern wegsterben, die Übergänge werden fließend gehalten.

[Aus: Jahrhundert-Skandal KREBS, W.O. Lenberg]

Im Augenblick ist es besonders der Krieg unter den Ärzten um die Anteile am gemeinsamen Geldkuchen, der das ohnehin marode System zum Platzen bringen könnte. ... Es hatte sich auch unter hartgesottenen Ärztefunktionären allmählich die Erkenntnis breitgemacht, daß man mit der Dreiminuten-Medizin die Mehrheit der Patienten gar nicht mehr halten könne, denn inzwischen verliert die Ärzteschaft in diesem Land Millionen Patienten an Heilpraktiker, die sich durchschnittlich mehr Zeit nehmen und nicht selten eine einfühlsamere Medizin anbieten ... Bei längerer und eingehender Betrachtung kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß es in diesem Possenspiel nur ums Geld geht. Das Wohl des Patienten wird immer erst dann genannt, wenn es darum geht, Druck auf die Öffentlichkeit oder Politik zu machen und Ängste zu schüren. Zwischen den Zeilen wird da schon mal mit schlechter Versorgung und sogar mit Streik gedroht. Wobei letzterer ein besonders untaugliches Mittel, weil peinliches Mittel für Ärzte ist, denn bei fast jedem Ärztestreik ist die Sterblichkeit der bestreikten Bevölkerung deutlich gesunken ...

[Aus: Connection spezial II/98, Medizin der Zukunft, Fazit: Seele gesucht]

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