"Gen"-ial
Das Gen, es ist vom Mensch' entdeckt.
Es scheint, dass es die Hoffnung weckt,
dass alles, was wir tun und lassen,
was uns zwickt und nicht recht schmeckt,
allein in unseren Genen steckt.
Ein wenig drüber nachgedacht,
scheint es recht leicht - es hat die Macht -
wir können nun in Ruhe denken:
Der fette Leib, der ständige
Schmacht -
das hat ja wohl ein Gen gemacht.
Denk' doch nur weiter, Du wirst seh'n
genetisch ist das Leben schön.
Verantwortung war nur 'ne Last,
Fakten, Erfahrung wir
verdreh'n,
lasst uns in's Land der Gene
geh'n.
Singst Du? Dann ist es das Gen "Z",
auch Mordlust hat ein Gen geweckt.
Es sterben Eltern, die Verwandten,
auch Erdbeereis wird nur geleckt,
weil's ja schon in den Genen steckt.
Wozu noch leben, wozu noch hoffen,
wozu noch lieben, sei stets besoffen.
Müh Dich nicht, etwas zu erkennen.
Dein Schicksalsprogramm hat Dich getroffen,
brauchst nicht auf Auswege zu hoffen.
Schnell wird auch dem Dümmsten klar,
der Quatsch vom Gen ist so nicht wahr.
Organisches ok! So sei's
Doch was Dich prägte, was mal war,
macht Dich zum Mensch ganz offenbar.
Schon wenn sich die Zelle teilt,
Erfahrung, Schock in Dir verweilt.
So kennt das Schicksal keine Gnade.
Umfeld, Erziehung macht Dich bereit
ob's Bewusstsein heil oder geteilt.
Helmut Donner, 20. April 2002